Kalles-Modellbauseite


Die 7,5-cm-Panzerabwehrkanone 40 (PaK 40) war während des Zweiten Weltkrieges ab 1942 eines der am häufigsten verwendeten Panzerabwehrgeschütze der deutschen Wehrmacht.

Die PaK 40 wurde ab 1939 von Rheinmetall-Borsig in Düsseldorf entworfen und Ende 1941 bei der Truppe eingeführt. Neben Rheinmetall-Borsig stellten die Ardeltwerke in Eberswalde, die Gustloffwerke in Weimar und die Ostlandwerke in Königsberg die PaK 40 her. Insgesamt wurden etwa 23.303 (davon 11.728 Stück im Jahre 1944) produziert. Bei einer kalkulierten Fertigungszeit von 2.200 Arbeitsstunden betrug der Herstellungspreis 12.000 Reichsmark.

Mit dem vermehrten Einsatz schwerer sowjetischer Panzer wie T-34 und KW-1 war die ab 1940 nach dem Frankreichfeldzug eingeführte 5-cm-PaK 38 der Wehrmacht nicht mehr wirksam genug. Die Panzerung des T-34 konnte von diesem Geschütz nur auf äußerst geringe Entfernung durchschlagen werden. Die bei manchen Einheiten noch eingesetzte 3,7-cm-PaK 36 erwies sich mit normaler Munition sogar als weitgehend unwirksam.

Daher wurde die Entwicklung einer PaK mit Kaliber 7,5 Zentimeter ab Beginn des Krieges gegen die Sowjetunion vorangetrieben, nachdem sich anhand erbeuteter sowjetischer 76-mm-Divisionskanonen gezeigt hatte, wie wirksam ein Kaliber im Bereich 7,5 cm bei der Panzerabwehr war.

Mit Beginn des Jahres 1942 stand dann die PaK 40 L/46 zur Verfügung. Sie wurde zur Standardwaffe der deutschen Panzerjäger. Zu Beginn war die Produktion noch so gering, dass sie dem Bedarf der Truppe nicht nachkam. Der Nachteil gegenüber ihren kleineren Vorgängern war allerdings, dass sie mit ihren über 1,4 t Gewicht nicht mehr im Mannschaftszug geschleppt werden konnte. Die 7,5-cm-PaK 40 benötigte daher mindestens einen Leichten Zugkraftwagen 3 t (Sd.Kfz. 11), um in Stellung gebracht werden zu können.

Sie wurde schließlich auch als Bewaffnung vieler Selbstfahrlafetten für die Panzerjagd eingesetzt. Dazu zählten zum Beispiel der Marder II und Marder III.

In abgewandelter Form (geänderte Rohrlänge, andere Munition) wurden Geschütze dieses Typs auch in den späteren Versionen des Panzerkampfwagen IV als 7,5-cm-KwK 40 L/43 und ab 1943 mit leicht verlängertem Rohr als KwK 40 L/48 eingesetzt. Speziell für den Einbau in Sturmgeschütze angepasst hieß sie 7,5-cm-StuK 40 L/43 bzw L/48 und fand im StuG III sowie im StuG IV Verwendung. Eine Version der 7,5-cm-PaK mit der Bezeichnung 7,5-cm-PaK 39 L/48 wurde auch im Jagdpanzer 38(t) verwendet, allerdings ohne Mündungsbremse, aber mit einer verbesserten Rohrrücklaufbremse.

Ein taktischer Nachteil der 7,5-cm-PaK 40 betraf die Versionen mit Mündungsbremse. Durch den vom seitlichen Austritt der Mündungsgase aufgewirbelten Staub konnte die Stellung einer PaK verraten werden. Außerdem war das Gefechtsgewicht mit 1425 kg zu hoch, um mit der Waffe schnelle Stellungswechsel durchführen zu können. Deshalb wurden manche PaK 40 an der Ostfront zurückgelassen, weil sie nicht mehr aus ihren Stellungen herausgebracht werden konnten.

Mit zunehmender Dauer des Krieges wurde aber deutlich, dass auch die 7,5-cm-PaK und ihre Abarten nicht mehr alle feindlichen Panzer bekämpfen konnten. An der Ostfront wurde die Effektivität der Waffe durch die zunehmend auftretenden schweren Panzer der IS-Serie geschmälert. An der Westfront des Jahres 1944/45 und in Afrika 1942/43 war sie jedoch wirksam genug gegen die britischen und amerikanischen Panzer. Die 7,5-cm-PaK wurde nach dem Krieg noch einige Jahre von mehreren europäischen Armeen verwendet.

Allgemeine Angaben
Militärische Bezeichnung: 7,5-cm-PaK 40
Herstellerland: Deutsches Reich
Entwickler/Hersteller: Rheinmetall-Borsig, Ardelt-Werke, Gustloffwerke, Ostlandwerke
Entwicklungsjahr: 1939
Produktionszeit: 1941 bis 1945
Stückzahl: 23.303
Waffenkategorie: Panzerabwehrkanone
Mannschaft: fünf Soldaten
Technische Daten
Gesamtlänge: 6,185 m
Rohrlänge: 3,45 m
Kaliber:

7,5 cm

Kaliberlänge: L/46
Kadenz: 15 Schuss/min
Höhenrichtbereich: − 5° bis + 22 Winkelgrad
Seitenrichtbereich: 65°

 

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