Kalles-Modellbauseite


Der Tiger II war wohl der stärkste deutsche Serienpanzer. Er hatte aufgrund der schnellen Entwicklung viele Kinderkrankheiten, die ersten fünf Serienfahrzeuge mussten aufgrund massiver Mängel verschrottet werden. Wenn er aber auf dem Schlachtfeld erschien, war er sehr gefährlich. So konnte er z.B. einen Sherman oder Cromwell auf einer Entfernung von über 3200 m aus jedem Winkel zerstören. Die Frontpanzerung wurde kein einziges Mal von einem Panzer oder einer Pak im Gefecht durchschlagen, was seine Defensivstärke demonstriert. Seine Seitenpanzerung konnte allerdings von einem T-34/85 in einer Entfernung von 1500 m durchschlagen werden. Er war hoffnungslos untermotorisiert, seine 700 PS mussten schließlich 69,4 Tonnen bewegen, was auch den Benzinverbrauch in ungeahnte Höhen trieb. Auf der Straße erreichte er eine Geschwindigkeit von 38 km/h, im Gelände waren es nur noch 17 km/h, der Panther schaffte es zum Vergleich auf 24 km/h. Diese Tatsache war aber nicht so gravierend, da er, ähnlich dem Tiger I, eher die Rolle eines fahrbaren Bunkers hatte. Die verlorenen 20 Königstiger während der Ardennenoffensive zeigten deutlich seine Schwächen auf, nämlich die technischen Mängel. So gingen von den 20 Panzern nur 5 auf das Konto von Feindfeuer, allerdings behaupteten die Amerikaner, noch mehr abgeschossen zu haben. Tatsächlich hatten die Amerikaner fast ausschließlich schon aufgegebene Panzer abgeschossen.

Einen kuriosen Auftrag hatten 35 Königstiger bei der Operation Panzerfaust. Sie halfen SS-Truppen und Elite-Fallschirmjägern beim Sturm auf die Burgberg-Festung in Budapest, dem Sitz der Ungarischen Regierung. Die alte Regierung hatte einen Waffenstillstand mit den Sowjets unterzeichnet. Um Ungarn im Krieg zu halten, musste die alte Regierung gestürzt werden und sollte durch den Hitlertreuen Ferenc Szalasi ersetzt werden. Innerhalb von 30 Minuten konnten die Verteidiger überwältigt werden.

Insgesamt war der Königstiger, wenn man von den technischen Mängeln absieht, ein guter Defensiv-Panzer. Er konnte das Schlachtfeld dominieren und den Feinden die Angst in die Glieder treiben. Allerdings wurde er zu spät und in zu geringer Zahl gebaut, um etwas ausrichten zu können.

 

Allgemeine Eigenschaften
Besatzung 5 (Kommandant, Richtschütze, Ladeschütze, Fahrer, Funker)
Länge 10,28 m
Breite 3,75 m
Höhe 3,09 m
Masse 69,7 t
Stückpreis 321.500 Reichsmark
Panzerung und Bewaffnung
Panzerung 25–185 mm
Hauptbewaffnung 8,8-cm-KwK 43 L/71
Sekundärbewaffnung 2 × 7,92-mm-MG 34
Beweglichkeit
Antrieb V12-Ottomotor Maybach HL 230 P 30
700 PS (515 kW)
Federung Drehstabfeder
Höchstgeschwindigkeit 38 km/h
Leistung/Gewicht 10 PS/t
Reichweite 170 km

 

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